Fachbeiträge
Erstpflege oder Erstbeschichtung von elastischen Belägen |
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Praxistests im IFR Köln zeigen, welch ungeahnten Zusatznutzen die Erstpflege aufweist - auch was den Problembereich Wasserschäden betrifft |
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| Richard A. Kille | |||||
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In den vergangenen Jahren hat der Anteil von elastischen Bodenbelagsplatten mit werksseitig vergüteter Oberfläche zugenommen. Vergütet heißt hierbei, dass zum Beispiel die Oberflächen von elastischen Bodenbelagsplatten und -elementen seitens des Herstellers mit Schutzschichten versehen sind, die zum Teil eine Pflegebeschichtung ersetzen sollen, so dass sich der Unterhalt auf die Reinigungsmaßnahme beschränkt. |
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Vorteile der Erstbeschichtung |
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Durchaus erweisen sich diese Oberflächenvergütungen als Zusatznutzen und erfüllen die allgemein bekannten Funktionen einer Beschichtung wie: |
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Während das Ziel "Werterhaltungssystem" im Vordergrund steht, rückt ein weiterer, ebenso wichtiger Zusatznutzen der Erstbeschichtung Schutz vor eindringendem "Schmutzwasser" - in den Hintergrund, zu dem das IFR in Köln ausführliche Praxistests unternommen hat. |
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Eingetragener Schmutz (Schmutzwasser) löst elastische Bodenbelagselemente |
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Der Verfasser dieses Artikels hat in den vergangenen Jahren seiner Sachverständigenpraxis, konzentriert im Frühjahr, Fußbodenschäden mit folgendem Erscheinungsbild angetroffen: |
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Elastische Bodenbeläge, die gemäß der Norm nach dem Trockenfugenverfahren in gewerblichen Bereichen verlegt worden waren, zeigten insbesondere in den Eingangsbereichen sowie innerhalb der Laufstraßen Ablösungen. Zunächst sind hochstehende Ecken und in der Folge komplett hochstehende Kantenbereiche festzustellen, die dann durch weitere Frequentierung mechanische Beschädigungen erfahren. |
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Im Umfeld dieser Fußbodenschäden zeigt sich unterschiedlich sowohl eine nicht mehr mit der Ursprungsfestigkeit ausgestattete, zementäre Spachtelmasse als auch ein fehlender Haftverbund zwischen der Bodenbelagrückseite bei dennoch vorhandenen, komprimierten Klebstoffriefen am Untergrund. Bei den Recherchen nach der Schadensursache ergab sich einerseits, dass die elastischen Bodenbeläge z. B. in Ladenlokalen (Apotheke, Boutique, Bistro usw.) in der Herbst- und Winterzeit aufgrund von Schmutzeinschleppung wie Laub, Schneematsch mehrfach am Tag nass gewischt wurden. Andererseits kam seitens der Nutzer der Ladenlokale auch der Hinweis, dass über Stunden Wasserpfützen auf der Oberfläche des elastischen Bodenbelags verblieb, da nicht ständig das durch das Schuhwerk verursachte Schmelzwasser weggewischt werden könnte. Konsequenterweise, wie seitens der Sachverständigen des IFR angenommen wurde, gelangt das Schmutz- und Reinigungswasser in die Fugenbereiche, unterwandert die Bodenbelagelemente und beeinträchtigt so die Festigkeit der Spachtelmassen und der Dispersionsklebstoffe, so dass diese langfristig sogar zerstört werden können. Nach den bisherigen praktischen Erfahrungen ist das IFR davon ausgegangen, dass bei erfolgter Erstpflege-/Beschichtung vorhandene Haarfugen aneinander grenzender elastischer Bodenbelagelemente durch die Pflegeemulsion eine "Abdichtung" oder mindestens einen Schutz erfahren, der das Eindringen von Flüssigkeit unterbindet. In den Reinigungs- und Pflegeanleitungen zu den jeweiligen elastischen Bodenbelagelementen ist dieser Aspekt nicht berücksichtigt, obwohl er einen hohen Zusatznutzen darstellen würde. |
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Praxistest im IFR:
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Für den Test wurden als Produktart Kunststoff-Designbeläge ausgewählt, da diese überwiegend aus PVC bestehenden Elemente in der Regel nach dem Trockenfugenverfahren (Fugen-Toleranzbreite bis zu 0,3 mm) verlegt bzw. geklebt werden. |
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Als Untergründe für die Elemente wurden zwei 610 mm x 610 mm x 8 mm große Faserzementplatten gewählt, die mit einer handelsüblichen, kunststoffvergüteten, zementären Spachtelmasse ca. 2,0 mm dick gespachtelt wurden. Nach 24 Stunden erfolgte praxisgerecht die Verklebung mit einem Dispersionsklebstoff im Haftklebeverfahren bei Einsatz eines Klebstoffzahnspachtels Typ "A 3'. Nach einer Ablüftzeit von 20 Minuten wurden die Elemente auf die vorbereiteten Untergründe geklebt, so dass in der Mitte der Fläche ein Fugenkreuz entstand. Vor und nach der Herstellung der Probeflächen lag das Raumklima bei einer Lufttemperatur zwischen 18,5 °C bis 19,7 °C die relative Luftfeuchte zwischen 49, 0 und 58, 0 %. Die Kennzeichnung der Probeflächen erfolgte mit der Nummerierung 1 und 2. |
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Abbildung 1 |
Abbildung 2 |
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24 Stunden nach der Verlegung wurden die Probeflächen bzw. die Kunststoffelemente mit einem geeigneten Grundreiniger gereinigt. Im Anschluss daran wurde die Probefläche 2 mit einer Polymerdispersion als Selbstglanz-Hartversiegelung eingepflegt. Nach weiteren 48 Stunden ist die auf dieser Seite bebilderte Versuchsmaßnahme durchgeführt worden: |
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Abbildung 3 |
Abbildung 4 |
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Fazit
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Allein anhand dieser Fotodokumente ist festzustellen, dass bei fachgerechter Einpflege der Kunststoff-Bodenbelagelemente automatisch auch die Stoßfugenbereiche abgedichtet werden. Selbst bei extremer Wasserbeaufschlagung ist kein Eindringen in die Stoßfugen und/oder innerhalb der zementären Spachtelmasse festzustellen. Ebenso ist festzuhalten, dass die entstandenen Bruchzonen durch gewaltsames Hochreißen des Kunststoff-Belags sich mit Feuchteeinwirkung (Probefläche 1) und ohne Feuchteeinwirkung (Probefläche 2) nicht unterscheiden. |
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Abbildung 5 |
Abbildung 6 |
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Den bodenlegenden Handwerkern ist zu empfehlen, grundsätzlich in den Angeboten für die Verklebung von elastischen Bodenbelägen, die nach dem Trockenfugenverfahren verlegt werden, die Erstbeschichtung als Zusatzleistung anzubieten, da diese Maßnahme nicht nur der Werterhaltung der Oberfläche, sondern insgesamt vor Schaden und Ärger schützt. |
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| ö.b.v. Sachverständiger Richard A. Kille, c/o IFR-Sachverständigenbürogesellschaft für Fussbodentechnik und Raumausstattung mbH, Köln. | |||||
| Quelle: RZ Raumausstatter Zeitschrift, München | |||||

IFR Köln
INSTITUT FÜR FUSSBODEN-
UND RAUMAUSSTATTUNG
Pestalozzistraße 23
D-50767 Köln







